Die meisten Menschen verwenden ihn zur Verfeinerung von Fleisch- und Fischgerichten oder Soßen in der Küche. Wegen seiner scharfen Senföle kommt er außerdem schon seit Jahrhunderten als Heilpflanze zum Einsatz. Beim Zerkleinern der Wurzel werden die Senföle freigesetzt und lassen die Augen tränen oder bescheren uns eine laufende Nase. Die scharfen Pflanzenstoffe besitzen entzündungshemmende, antibakterielle und antivirale Eigenschaften. Daher wird der Meerrettich in der Medizin - unter anderem kombiniert mit Kapuzinerkresse - zur Behandlung von Infektionen der Atem- und der Harnwege eingesetzt.  

Steckbrief

Beschreibung:
40 cm bis 1,5 Meter hohe Staude mit einem oder mehreren Stängeln, die sich im oberen Teil ästig verzweigen. Sie besitzt kleine weiße wohlriechende Blüten.

Herkunft:
in Europa heimisch, ursprünglich aus Südrussland

Inhaltsstoffe: *
Glucosinolate (Senföle), Vitamin C, Vitamin B1

* für die Wirkung wesentliche Inhaltsstoffe

Verwendete Pflanzenteile:
Wurzeln

Eigenschaften:
wirkt gegen Bakterien, Viren, Pilze, entzündungshemmend, schleimlösend, harntreibend

Anwendungsgebiete:
Atemwegsinfekte, Harnwegsinfektionen, Insektenstiche, rheumatische Beschwerden

Anwendungsformen:
frisch gerieben oder als Gewürz, Breiauflage auf die Haut, in Präparaten aus der Apotheke

Herkunft und Botanik

Der Meerrettich (Armoracia rusticana) ist eine 40 cm bis 1,5 Meter hohe Staude mit einem oder mehreren Stängeln, die sich im oberen Teil ästig verzweigen. Er besitzt kleine weiße wohlriechende Blüten und gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae).

Die winterharte Pflanze verfügt über eine senkrechte essbare Pfahlwurzel, die bis zu 60 cm lang werden kann. Die Wurzeln werden in den Monaten September bis Februar geerntet.

Die Meerrettichblätter sind das ober Ende der Staude der 40 cm bis 1,5 Meter hohe Staude.
Meerrettichblätter
Die Meerrettichblüte ist weiß und ist wohlriechend.
Meerrettichblüten
Die Meerrettichwurzel enthält Senföle. Beim Zerkleinern der Staude werden diese freigesetzt und sorgen für eine laufende Nase.
Meerrettichwurzel

Die Herkunft des deutschen Namens ist nicht eindeutig geklärt: Das Meer in Meerrettich könnte von „mehr“ im Sinne von „größer“ stammen, um die größere Pflanze von dem zuvor schon bekannten kleineren Rettich abzugrenzen. Es lässt sich aber auch auf das alte Wort „Mähre“ für Pferd zurückführen, in England heißt die Pflanze noch heute horseradish. Es wurde schon früh beobachtet, dass Pferde bei Infektionskrankheiten instinktiv große Mengen an Meerrettichwurzeln verzehrten, wenn ihnen diese als Futter angeboten wurden. Darüber hinaus lässt sich der Name auch daraus ableiten, dass die Pflanze oft wild an Küsten, also in der Nähe des Meeres wächst. 

Der Meerrettich stammt ursprünglich aus Ost- und Südeuropa. In Deutschland ist er seit dem 12. Jahrhundert bekannt. Bereits Hildegard von Bingen erwähnte ihn in ihren botanischen Schriften und schrieb darin vor allem von der Förderung und Erhaltung der Gesundheit. In der mittelalterlichen Bauernküche wurde Meerrettich zudem vor allem wegen seiner konservierenden Eigenschaften eingesetzt. Beliebt war der Meerrettich auch bei Seefahrern, denn der hohe Vitamin C Gehalt bot hervorragenden Schutz vor der gefürchteten Seefahrerkrankheit Skorbut.

Meerrettich: Heilpflanze des Jahres 2021

Eine Experten-Jury des Vereins NHV Theophrastus hat den Meerrettich aufgrund seiner besonderen Eigenschaften zur Heilpflanze des Jahres 2021 gewählt. Seit 2003 kürt der Naturheilverein die Heilpflanze des Jahres, um Informationen zu heilenden Wirkungen von wertvollen Pflanzen zu vermitteln und auf die Bedeutung der Phytotherapie in der Medizin aufmerksam zu machen. 

Inhaltsstoffe und Verwendung in der Medizin

Die wirksamen Inhaltsstoffe des Meerrettichs befinden sich in der Wurzel. Dazu gehören die für die medizinische Verwendung besonders wichtigen Glucosinolate (Senfölglykoside), außerdem sind Flavonoide, Vitamin C, B1, B2 und B6 sowie verschiedene Mineralstoffe enthalten. Wird die Wurzel zerkleinert, werden die Glucosinolate durch ein Enzym in die sogenannten Senföle (-> Animation Wie wirken Senföle)​​​​​​​ umgewandelt. Sie gehören heute zu den am besten untersuchten arzneilich wirksamen Pflanzensubstanzen. Studien zufolge wirken sie gegen Bakterien, Viren und entzündungshemmend. Durch ihre hautreizende Wirkung können die scharfen Pflanzenstoffe außerdem die Durchblutung anregen.

Wirkung von Senfölen in ANGOCIN®

Der animierte Kurzfilm zeigt, wie die Senföle aus Kapuzinerkresse und Meerrettichwurzel bei Blasenentzündungen und Erkältungen wirken.

Verwendung in der Medizin

Äußerliche Anwendung

Aufgrund seiner durchblutungsfördernden Wirkung kann Meerrettich äußerlich als Breiumschlag bei Muskelschmerzen, Rheuma oder Insektenstichen zum Einsatz kommen. Bei Kopfschmerzen kann das Einatmen von geriebenem Meerrettich dazu beitragen, Verspannungen zu lösen. Außerdem regt Meerrettich die Verdauung an und kann so bei Appetitlosigkeit helfen.

Innerliche Anwendung

Bei Atemwegsinfekten wie Bronchitis und Sinusitis sowie bei Blasenentzündungen wird die Arzneipflanze kombiniert mit Kapuzinerkresse in Tablettenform (ANGOCIN®) eingesetzt. Dieses pflanzliche Arzneimittel enthält die wirksamen Bestandteile aus den beiden Pflanzen, die Senföle, in hochdosierter Form. Die Wirkung und Verträglichkeit bei unkomplizierten Atemwegsinfekten und Blasenentzündungen ist durch verschiedene Beobachtungsstudien und jeweils eine klinische Studien belegt. 7,8 

Darüber hinaus können die pflanzlichen Senföle langfristig angewendet auch die Rückfallquote bei wiederkehrenden Harn- und Atemwegsinfektionen senken*. In diesem Sinne wird in der für Ärzte wichtigen Behandlungsleitlinie auch der Einsatz dieser Pflanzen als Therapiemöglichkeit bei häufig wiederkehrenden Blasenentzündungen empfohlen.

ANGOCIN enthält Senföle aus Kapuzinerkresse und Meerrettich und wird bei Erkältungskrankheiten und Blasenentzündungen verwendet.

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Kenner nutzen die Schärfe der Kapuzinerkresse in der Küche. In der Medizin macht sie wegen ihrer Infekt abwehrenden Wirkung Karriere.

Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus)

Die in der Kapuzinerkresse enthaltenen Senföle hemmen die Vermehrung von Bakterien, und Viren und wirken entzündungshemmend.

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Ratgeber Erkältung

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