Ursachen einer akuten Blasenentzündung

In etwa 80 Prozent der Fälle ist das Bakterium Escherichia coli (E. coli) Auslöser des Infektes. Es kommt im Dickdarm eines jeden Menschen milliardenfach vor. Neben E. coli können noch weitere Bakterienarten Blasenentzündungen verursachen, in selteneren Fällen auch Pilze und Viren.

    Besonders häufig trifft es junge, sexuell aktive Frauen, denn durch den Geschlechtsverkehr können Darmbakterien von der Anal- in die Scheidenregion und von dort in die Harnröhre gelangen (Honeymoon-Zystitis).

    Aber auch hormonelle Veränderungen während und nach der Schwangerschaft, der Geburt und ein durch die Wechseljahre bedingter Östrogenmangel können die Schleimhäute negativ beeinflussen und das Wachstum von Bakterien fördern. Darüber hinaus begünstigt ein Dauerkatheter die Entstehung eines Harnwegsinfekts, da über den Schlauch Bakterien in die Harnblase aufsteigen können.

    Symptome

    Die Symptome einer akuten Blasenentzündung sind sehr unangenehm: 

    • Ständiger Harndrang
    • Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen
    • Die Blasenentleerung fällt schwer und geht zum Teil mit Krämpfen einher.
    • Der Urin kann unangenehm riechen und trüb erscheinen. 
    • Zusätzlich kommt manchmal auch Blut im Urin vor. 
    • Bei Frauen kann zudem verstärkter Ausfluss auftreten, wenn sich die Entzündung auf die Vagina erstreckt.

    Männer erkranken deutlich seltener an einer Blasenentzündung. Ihre längere Harnröhre (24 cm statt 2,5 bis 5 cm bei den Frauen) schützt sie besser vor eindringenden Keimen. Bei Frauen liegt die Harnröhre außerdem näher am After, was ebenso zu einer erhöhten Anfälligkeit für Harnwegsinfektionen führt (Schmierinfektion). 

    Die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung steigt mit zunehmendem Alter. Männer und Frauen über 60 Jahren sind mit einem hohen Erkrankungsrisiko von 20% gleich stark betroffen. Bei Frauen schrumpft nach den Wechseljahren durch den Östrogenmangel das Gewebepolster um die Harnröhre, wodurch die Barriere für die Krankheitserreger noch geringer wird. Zusätzlich schwächt der Östrogenmangel Bindegewebe, Schließmuskel und Beckenbodenmuskulatur. Bei älteren Männern kann eine vergrößerte Prostata den Harnabfluss stören und so Blasenentzündungen begünstigen.

    Bei bis zu 20% der Betroffenen treten Blasenentzündungen immer wieder auf. Gründe für häufig wiederkehrende Blasenentzündungen sind z.B. Harnsteine, Katheter, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder Pilzinfektionen der Scheide.

    Risikofaktoren, die akute Blasenentzündungen begünstigen

    Durch zu intensive Pflege kann das natürliche Scheidenmilieu aus dem Gleichgewicht geraten und die physiologische Schutzfunktion gestört werden, welche normalerweise als Barriere vor z.B. schädlichen Bakterien fungiert.

    Begünstigender Faktor für das Wachstum von Bakterien kann auch ein schwaches Immunsystem bzw. eine gestörte Immunabwehr sein. An Sätzen wie „Sitz nicht in den nassen Badesachen rum!“ oder „Steh von den kalten Steinen auf!“ ist tatsächlich etwas Wahres dran. Beides führt zu einer Unterkühlung des Unterleibes, was sich wiederum negativ auf die Durchblutung dieser Körperregion auswirkt und unsere Abwehrkräfte schwächt. Ebenso können z.B. auch Stress und Schlafmangel sich negativ auf unser Immunsystem auswirken.

    Z.B. durch Harnsteine oder häufig bei älteren Männern begünstigt durch eine vergrößerte Prostata. Auch während der Schwangerschaft kann der Harnabfluss beeinträchtigt werden. Dehnt sich die Gebärmutter (Uterus) sehr stark aus, kann die vergrößerte Gebärmutter starken Druck auf die Harnwege ausüben, sodass der Urinfluss behindert wird.

    U.a. Diabetes mellitus oder Gicht können bei beiden Geschlechtern Ursachen für ein erhöhtes Infektionsrisiko sein. Außerdem stellt bei Diabetes-Patienten der vermehrte Zucker im Urin einen idealen Nährboden für Bakterien dar.

    Frauen, die z.B. mit der Spirale oder einem Scheidendiaphragma verhüten, können ebenso wie Frauen, die Spermizide zur Verhütung verwenden, ein erhöhtes Risiko für Harnwegsinfektionen haben. Chemische Verhütungsmittel können das Scheidenmilieu negativ beeinflussen und verändern.

    Wer am Tag weniger als 1,5 Liter Wasser trinkt und häufig an Blasenentzündungen leidet, sollte versuchen seine Flüssigkeitszufuhr deutlich zu steigern. Mit der Steigerung des Trinkvolumens erhöhen sich auch die Harnmenge sowie die Frequenz der Toilettenbesuche – Erreger können so schneller und leichter ausgespült werden.

    Vermeiden Sie eine Nierenbeckenentzündung

    Um Komplikationen zu vermeiden, ist es sehr wichtig, einen Harnwegsinfekt frühzeitig zu behandeln. Denn die Erreger der Blasenentzündung können von der Harnröhre über die Harnblase weiter nach oben in die Harnleiter und bis in die Nierenbecken aufsteigen. Hier können Sie Entzündungen (Nierenbeckenentzündung) hervorrufen, die unbehandelt schwere Folgen wie Nierenversagen oder Blutvergiftung haben können.

    Eine akute Nierenbeckenentzündung geht mit hohem Fieber (oft verbunden mit Schüttelfrost), Schmerzen in den Flanken und Übelkeit einher. Die Entleerung der Blase ist schmerzhaft. Meist ist nur eine Niere von der Entzündung betroffen. Da die Nierenbeckenentzündung in den meisten durch Bakterien verursacht wird, erfolgt eine Behandlung mit Antibiotika.

    Wie sich eine akute Blasenentzündung behandeln lässt

    Antibiotika – Wunderwaffe mit Schattenseiten

    Werden Bakterien im Urin festgestellt, kommen oft chemisch-synthetische Antibiotika zum Einsatz. Diese töten die Bakterien ab oder hemmen sie in ihrem Wachstum. Doch leider hat die einstige „Wunderwaffe der Medizin“ auch ihre Schattenseiten.

    Antibiotika greifen auch die „guten Bakterien“ an

    Chemisch-synthetische Antibiotika greifen auch die für uns nützlichen Bakterien von Darm und Schleimhäuten an. Der Dickdarm funktioniert nur durch die Mithilfe natürlich vorkommender Bakterien, die eine normale Verdauung und auch ein funktionierendes Immunsystem gewährleisten. Zahlreiche dieser Bakterien werden jedoch bei der antibiotischen Behandlung einer Blasenentzündung ebenfalls abgetötet. Nebenwirkungen wie Durchfall oder Pilzinfektionen der Scheide können auftreten. 

    Gefahr von Antibiotika-Resistenzen

    Bei häufigem Einsatz besteht noch dazu die Gefahr der Resistenzbildung. Die Bakterien verändern sich dann so, dass das Antibiotikum nicht mehr wirksam ist. Dies bringt Ärzte vor allem bei der Behandlung von Patienten mit potentiell lebensbedrohlichen Erkrankungen, bei denen der Einsatz eines Antibiotikums unerlässlich ist, in große Schwierigkeiten. Daher sollten diese hocheffektiven Medikamente für ernste und bedrohliche Erkrankungen aufgespart werden.

    Wegen der stetig zunehmenden Antibiotikaresistenzen sprechen sich auch die Autoren der aktuellen Leitlinie „unkomplizierte Harnwegsinfektionen“ für Ärzte dafür aus, bei Blasenentzündungen neue Behandlungsstrategien ohne Antibiotika einzusetzen. Bei Blasenentzündungen eignen sich zum Beispiel auch pflanzliche Arzneimittel, bei denen eine vergleichbare Wirkung zur antibiotischen Standardtherapie gezeigt werden konnte.

    Pflanzliche Arzneimittel gegen Bakterien

    Bei der Wahl des Arzneimittels sollte die antibakterielle Wirkung im Vordergrund stehen. Dies ist wichtig, damit die krankheitsauslösenden Erreger bekämpft werden. Eine gleichzeitige entzündungshemmende Wirkung kann unangenehme Symptome zusätzlich lindern.

    Pflanzliche Alternativen bei akuten Blasenentzündungen

    Bewährte Hausmittel bei Blasenentzündungen

    Blase gut durchspülen

    • Um die Beschwerden möglichst schnell wieder loszuwerden und den Krankheitsverlauf zu mildern, ist es jetzt besonders wichtig, viel zu trinken – mindestens zwei Liter am Tag in Form von Wasser oder ungesüßten Blasentees. So werden die Harnwege gut durchgespült. 
    • Häufiges Wasserlassen ist erwünscht und sollte – auch wenn es schmerzhaft ist – nicht vermieden werden, da sich die Keime sonst ungestört vermehren können. 
    • Blasentees aus der Apotheke enthalten oft pflanzliche Wirkstoffe, die zusätzlich harntreibend und/oder entzündungshemmend wirken. 
    • Meiden Sie Zitrussäfte, Kaffee und Alkohol, denn sie reizen die Harnwege.  

    Wärme entspannt die Blase 

    • Warme Kirschkernsäckchen oder Wärmflaschen entspannen die verkrampfte Blasenmuskulatur und können so dazu beitragen, die Beschwerden zu lindern. Vorsicht: Um Verbrennungen zu vermeiden, legen Sie die Wärmespender nicht direkt auf die nackte Haut. 
    • Auch ein warmes Vollbad oder Sitzbäder mit Kamille können schmerzlindernd wirken. 

    Weitere Fakten zur Blasenentzündung:

    Ratgeber Blasenentzündung

    Hausmittel, Tipps und Tricks rund um das Thema Blasenentzündung finden Sie hier.

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    Eine Frau leidet an starken Unterleibsschmerzen aufgrund einer Harnwegsinfektion.

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    Etwas jede fünfte Frau leidet an wiederkehrenden Blasenentzündungen. Hier finden Sie Tipps, Ursachen und pflanzliche Lösungen.

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